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Sammelband 3 „Gerechte und faire Lösungen. Umgang mit Unrechtskontexten“ jetzt erhältlich!
Unser inzwischen dritter Tagungsband „Gerechte und faire Lösungen. Umgang mit Unrechtskontexten“ (ISBN 978-3-95498-904-1) der Reihe „Technisches Kulturgut“ ist nun erschienen und im D.O.M. erhältlich.
Der Band liefert einen Überblick über die zentralen Ergebnisse, Diskussionen und Reformprozesse der Provenienzforschung zu NS-Raub- und Fluchtgut, Objekten aus kolonialen Kontexten sowie Kulturgutentzügen in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands (SBZ) und in der DDR. Ausgewiesene Expertinnen und Experten verschiedener deutscher und internationaler Museen sowie Kultureinrichtungen wirkten an dieser Publikation mit..
Zum Inhalt des neuen Bandes
Wann ist ein Objekt zu restituieren und wann sind „gerechte und faire Lösungen“ zu verhandeln? Wie sollte man hierbei vorgehen und welche bisherigen Erfahrungen oder exemplarischen Fälle liegen hierzu bereits vor? Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der „Washington Conference on Holocaust-Era Assets“ wird in Deutschland und in anderen europäischen Ländern weiter intensiv darüber diskutiert, was die Provenienzforschung leisten kann, wie sie sich fortentwickelt und welche Reformprozesse notwendig erscheinen. Namentlich im Bereich der Aufarbeitung des Kulturgutentzugs im Nationalsozialismus sind wichtige Reformprozesse in Gang gesetzt worden. Dazu zählen insbesondere die Anpassung des Bewertungsrahmens für die Restitution von NS-Raubgut und die Ablösung der seit 2003 bestehenden „Beratenden Kommission NS-Raubgut“ durch die im Dezember 2025 eingerichtete „Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut“.
Zum Umgang mit Objekten aus kolonialen Kontexten sowie zum Kulturgutentzug in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) werden ebenfalls intensive Debatten geführt und Forderungen nach einheitlichen und klareren Regelungen zur Aushandlung „gerechter und fairer Lösungen“ erhoben. Die im Oktober 2025 verabschiedeten „Gemeinsamen Leitlinien zum Umgang mit Sammlungsgut und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten“ stellen einen Meilenstein dar. Auch die ab 2026 startende Förderung objektbezogener Provenienzforschung zu Kulturgutentziehungen in der SBZ und der DDR durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste ist eine bedeutsame Entwicklung. Durch die neuen Rahmenbedingungen sollen Restitutions- und Ausgleichsverhandlungen auf ein tragfähiges Fundament gestellt und beschleunigt werden. Neuen Methodiken und exemplarischen Lösungsstrategien zur Umsetzung „gerechter und fairer Lösungen“ wird damit der Weg bereitet.
Zu den aktuellen Dynamiken und den in den einzelnen Kontexten der Provenienzforschung geführten Diskussionen über angemessene „gerechte und faire Lösungen“ organisierte das Deutsche Optische Museum (D.O.M.) in Jena bereits im Oktober 2024 die dritte internationale Fachtagung im Bereich der Provenienzforschung zu „Technischem Kulturgut“. Die dort diskutierten Forschungen bilden die Grundlage für die in im neuen Band der Reihe „Technisches Kulturgut“ erfolgte Zusammenstellung, die um zusätzliche aktuelle Beiträge ergänzt wurde. Die einzelnen Kapitel des 360 Seiten umfassenden Bandes verdeutlichen dabei das Ausmaß und die Diversität der verschiedenen Objektgruppen aus unterschiedlichen Entzugs- und Unrechtskontexten, die sich unter dem Begriff „Technisches Kulturgut“ zusammenfassen lassen. Jedes Kapitel wird durch Beiträge zu den theoretischen Grundlagen und rechtlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Forschungsfeldes eingeführt, danach schließen Fallbeispielen aus vielfach erst kürzlich abgeschlossenen oder auch noch laufenden Projekten an. Anhand von Best-Practice-Beispielen bei der Aufarbeitung von Kulturgutentzug, der Durchführung von Restitutionen bzw. verschiedenen Wegen der praktischen Umsetzung von „gerechten und fairen Lösungen“ sollen kulturelle Einrichtungen wichtige Hilfestellungen erhalten und zur Fortführung eines konstruktiven Dialogs angeregt werden.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Autorinnen und Autoren, die zur Entstehung dieses Bandes beigetragen haben!
Hier ein kleiner Blick ins Buch.
Alle drei Bände sowie signierte Exemplare sind bei uns erhältlich. Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an: info@deutsches-optisches-museum.de